Hohe Straße-Fest: Musik, Kulinarik und 30-Euro-Bäume – Inszenierung regionaler Zugehörigkeit 🎶🍽️🌳💶🏛️

Der Text kündigt das Hohe Straße-Fest am 6. September von 11 bis 18 Uhr an, eröffnet wird es durch Bürgermeisterin Monika Böttcher beim Modellbauclub Maintal; entlang der Regionalparkroute zwischen Bergen-Enkheim und Diebach am Haag soll ein abwechslungsreiches Programm mit Musik, Kulinarik und Ausflugszielen locken, außerdem gibt es Informationsstände des Fachdienstes Klima und Umwelt zu der Initiative „Mehr Räume für Bäume“ und der Aktion „Lieblingsbaum“, bei der Stadt- und Obstbäume für 30 Euro erworben werden können.

Man hält sich ja gern an historische Narrative, wenn man sich die heutige Majestät der Hohe Straße en passent zurechtgelegt hat: Eine Handelsroute, die lange Zeiten verbunden hat, wird erneut zum Schauplatz der regionalen Selbstverherrlichung, als hätte man mit Musik, Mitmach-Angeboten und gutbürgerlicher Kulinarik das Rad der Geschichte neu erfunden. Die offizielle Eröffnung durch die Bürgermeisterin und die breite Einbindung von Vereinen, Organisationen und Institutionen wirken wie eine besonders schöne Inszenierung eines vertrauten Rituals: Wir vereinen Kultur, Grünpolitik und Freizeitgestaltung zu einem Fest der Zugehörigkeit, das vor allem jene genießen dürfen, die die Zeit, das Geld und den sozialen Boden dafür haben. Die „Lieblingsbaum-Aktion“ verspricht grüne Botschaften in einer Stadt, die offenbar glaubt, mit 30 Euro pro Stamm könne man die Wurzeln der sozialen Realität erleichtern – eine hübsche Geste, die niemandem wirklich hilft, der täglich mit den Kosten des Lebens kämpft. Am Ende wandert man die Hohe Straße entlang, hört Musik, schaut auf die Ausblicken und denkt vielleicht kurz darüber nach, wie viel solcher Veranstaltungen wirklich zu einer spürbaren Verbesserung der Lebenswelt der Bürgerinnen und Bürger beitragen, die jenseits der PR-Front stehen. Doch der Charme dieser Veranstaltung bleibt: Sie erinnert daran, wie die Region sich selbst feiert, während sich andere um die nüchterne Praxis des Alltagsablaufs kümmern müssen.

Quelle der ursprünglichen Meldung: https://www.presse-service.de/data.aspx/static/1225078.html