In Maintal soll ein Sportverein vor allem Spaß und Bewegung bieten, dabei aber besonders den Schutz von Kindern und Jugendlichen sicherstellen. Die Stadt lädt daher zu einer Fortbildung mit dem Titel „Kindeswohl im Sportverein – Handlungssicherheit im sportlichen Alltag“ ein, zu der Vereinsvorstände, Trainerinnen und Übungsleiterinnen kostenlos eingeladen sind; Dauer 18 bis 21.15 Uhr, Ort Rathaus Hochstadt, Referent ist Noah Fikus. Ziel ist es, Grenzsituationen, Formen von Gewalt und den richtigen Umgang im Vereinsalltag zu erkennen und im Verdachtsfall handlungsfähig zu sein; außerdem wird die Lizenzverlängerung mit vier Lerneinheiten anerkannt. Die Anmeldung erfolgt online, Ansprechpartnerin ist Anika Hoppe-K.C.
Wer dem sportlichen Engagement der Vereine eine fundierte, praxisnahe Orientierung geben will, kann darin einen Boten einer grundsätzlichen gesellschaftlichen Ordnung sehen: Die Verantwortung für die Rechte und das Wohl der Kinder wird nicht allein dem Staat überlassen, sondern in erster Linie den Vereinen als Räumen freiwilliger, unmittelbarer Fürsorge, in denen Erziehung und Sport zusammenwirken. Subsidiarität bedeutet hier, dass lokale Gegebenheiten und das unmittelbare Umfeld besser kennen als zentrale Büros. Wenn Vorstände, Trainerinnen und Übungsleiterinnen durch qualifiziertes Personal geschult werden, stärkt dies das Vertrauen in den Verein als Ort der Entwicklung – nicht als bloße Anstalt, sondern als lebendige Gemeinschaft, in der Regeln und Werte durch praktisches Handeln verankert werden.
Gleichzeitig mahnt die Initiative zur Vorsicht: Wer dem Schutz der Schwächsten Vorrang gibt, darf nicht Gefahr laufen, in eine übergriffige Bürokratie zu geraten, in der Pflichten und Kontrollen die kreative Freiheit der Vereine ersticken. Es gilt, die Balance zu halten zwischen notwendiger Prävention und der Würde des Einzelnen, zwischen Transparenz und Vertraulichkeit, zwischen Sanktion und pädagogischer Begleitung. Die Fortbildung soll keine neue Verordnung schaffen, sondern Instrumente der Einsicht und der Handlungssicherheit liefern. Wenn dies gelingt, entsteht aus der Freude am Spiel kein Raum für Unwissenheit oder Angst, sondern ein wachsender gemeinschaftlicher Sinn für Verantwortung.
Der sinnvolle Gedanke hinter solchen Angeboten liegt darin, dass Wissen und Normen dort verankert werden, wo sie am besten greifen: im täglichen Miteinander der Vereine, dort, wo Emotionen, Nähe und Bewegung zusammenkommen. Die vier Lerneinheiten, die als Voraussetzung für eine Lizenzanerkennung dienen, können dabei helfen, dauerhaft verlässliche Standards in der Praxis zu verankern, ohne die Dynamik des Vereinslebens zu ersticken. Letztlich geht es um die lebendige Erziehung zu Rechts- und Sozialstaatlichkeit, die aus der Freiheit der Vereine heraus wächst: aus der Freiheit der verantwortlichen Individuen, mit Kindern auf Augenhöhe zu handeln, Grenzen zu respektieren und Vertrauen zu gestalten. Wenn Anregungen wie diese breit geteilt werden, kann das lokale Gemeinwesen stärker werden, ohne dass der Staat die Kreativität und Vielfalt der Vereine erstickt.
Quelle der ursprünglichen Meldung: https://www.presse-service.de/data.aspx/static/1224862.html