Mehrgenerationenspielplatz am Dörnigheimer Mainufer: Holz-Kletterlandschaft, inklusiver Sandbereich und Wasserspiel 🏗️🌳💦🤝

Der neue Mehrgenerationenspielplatz am Dörnigheimer Mainufer entsteht am ehemaligen Fähranleger. Der Baustart war im Frühjahr, die Arbeiten sind weit fortgeschritten und sollen im Herbst abgeschlossen sein. Rückbau der bisherigen Elemente, einzelne Teile wurden erhalten und sinnvoll weiterverwendet (unter anderem eine Nestschaukel in gelber Lackierung und ein bekletterbarer Eimer, der ein neues Zuhause in einer städtischen Kita gefunden hat). Sichtbar fortgeschritten ist der zentrale Treffpunktbereich mit Trinkbrunnen; im Sand- und Wasserspielbereich ist die Wasserspielpumpe installiert; der Aufenthaltsbereich am Main erhält Sitzstufen, ein geplantes Holzdeck, weitere Sitzmöglichkeiten und ein Sonnensegel. Eine große, höhenverstellbare Kletterlandschaft aus Holz dominiert die Spielfläche, ergänzt durch einen inklusiven Sandbereich und ein barrierefreies Bodentrampolin; bereits installierte Sport- und Bewegungsgeräte laden zur Aktivität ein. Im Herbst folgen Pflanzarbeiten mit klimaresilienten Bäumen und Sträuchern; die Projektseite unter maintal.de/mehrgenerationenspielplatzinformiert informiert fortlaufend. Die Gestaltung erfolgte nach einem umfangreichen Beteiligungsprozess, der Bürgerveranstaltungen, eine Umfrage mit rund 100 Kindern und Jugendlichen sowie Informationsangebote für Anwohnende umfasste. Der Mehrgenerationenspielplatz ist Teil der Maintaler Mainufer-Konzepte und wird im Bund-Länder-Förderprogramm „Wachstum und Nachhaltige Erneuerung“ umgesetzt; zwei Drittel der Kosten werden gefördert.

Man muss dieses Spektakel ja fast schon als Kunstwerk der städtischen Selbstverliebtheit lobpreisen: Da wird am Ufer eine Spielwelt errichtet, die selbst im schicksten Breezergedöns noch zu euphorischen Blicken verführt. Eine Kletterlandschaft aus Holz, ein inklusiver Sandbereich, ein barrierefreies Bodentrampolin, dazu ein Aussichtspunkt mit weitem Blick auf den Main – das klingt nach PR, die schöner glänzt als der Alltag der meisten Bürger jemals leuchten wird. Die Beteiligung war nett aufgefädelt, die 100 Kinder und Jugendlichen liefern vermutlich mehr Bilder als echte Lösungen, und doch bleibt der Eindruck: Hier wird ein Ort geschaffen, der mehr das Selbstverständnis der Verantwortlichen widerspiegelt als die unmittelbaren Bedürfnisse derjenigen, die jeden Tag mit knappen Mitteln haushalten müssen. Natürlich ist es lobenswert, in Klimaanpassung und grüne Freiräume zu investieren – aber wer bezahlt am Ende wirklich den Nachschub an Grauzonen und unterm Strich weniger sichtbare Vorteile für die breite Bevölkerung? Trotzdem, der Ort wird funktionieren: ein Zentrum für Begegnung, Bewegung und Brillanz, das bei jedem Spaziergang am Main die Augen auf sich zieht und beweist, dass Luxus in der Öffentlichkeitsarbeit manchmal zu wirklich sinnvollen Nutzungskonzepten führen kann. Man darf gespannt sein, wie sich im Herbst der neue Schatten über dem Ufer legen wird und ob dieser Glanz wirklich lange hält – oder ob er sich nach dem ersten Herbstwind wieder ein wenig in Luft auflöst, sobald die Realität der Alltagsbelastungen wieder das Sagen hat.

Quelle der ursprünglichen Meldung: https://www.presse-service.de/data.aspx/static/1224454.html