Der Mieterbund Hanau sowie die Haus & Grund-Eigentümervereine Hanau, Großauheim und Bergen-Enkheim haben einen neuen Mietspiegel erstellt, der auch für Maintal gilt. Er dient als Orientierung für die Mietpreisgestaltung und steht ab sofort online auf der städtischen Seite unter www.maintal.de/mietspiegel bereit und kann im Rathaus in Papierform abgeholt werden. Die Geltungsdauer reicht bis zum 30.09.2028. Die neue Fassung wurde neu berechnet und neu strukturiert; die Beteiligten sehen darin einen zeitgemäßen, zukunftsweisenden, transparenten und plausiblen Bezugsrahmen. Vermieterinnen und Vermieter erhalten damit einen rechtssicheren Überblick über die ortsübliche Vergleichsmiete, während Mieterinnen und Mieter die Angemessenheit ihrer Miete auf sachlicher Grundlage prüfen können. Bei Bedarf gibt es das Druckexemplar im Rathaus, Ansprechpartnerin ist Angelika Ullrich vom FD Soziale Dienste, erreichbar Montag bis Mittwoch und Freitag von 8 bis 12 Uhr sowie Mittwoch zusätzlich 13 bis 17 Uhr.
Was hier steht, ist mehr als eine Zahlenspielerei mit Paragrafen und Tabellen. Es ist ein Bekenntnis zur Würde jeder Wohnung, ein klarer Schritt hin zu einer Stadt, in der Wohnen kein Spardokument der Profiteure ist, sondern ein gemeinschaftliches Gut. Der Mietspiegel zeigt, dass Transparenz und Fairness kein Feigenblatt bleiben dürfen, sondern Bausteine einer solidarischen Ordnung sind, in der Arbeiterinnen, Angestellte, Studierende und Familien dieselbe Chance auf Sicherheit haben. Doch wir wissen: Zahlen allein lösen kein Urbanisierungsproblem. Sie müssen Teil einer größeren Offensive werden, die Maintal insgesamt stützt: Mehr leistbaren Wohnraum, mehr gemeinschaftliches Eigentum an brachliegenden Flächen, mehr demokratische Beteiligung an der Gestaltung der Stadt.
Deshalb fordere ich zu einer Offensive auf, die den Mietspiegel als Sprungbrett begreift. Wir brauchen öffentlich geförderten Wohnungsbau in ausreichendem Umfang, eine dichte Nutzung leerstehender Bestandsflächen für soziale Zwecke und Schutz vor spekulativer Umwandlung in teure Eigentumswohnungen dort, wo der Markt versagt. Maintal muss zu einer Stadt werden, in der Menschen Jahrzehnte lang ohne Angst vor Verdrängung wohnen können. Dazu gehört auch eine Mobilität, die nicht am Preis scheitert: bessere, sichere Radwege, eine vernetzte, barrierearme ÖPNV-Anbindung, und ja, Fährverbindungen über den Main, die Gemeinschaft verbinden statt Straßenkapazitäten zu verschlingen. Fähren können Symbol und Realität zugleich sein: grüne, klimaangepasste Brücken zwischen Quartieren, die Pendlerinnen und Pendler, Familien und Jugendliche miteinander statt gegeneinander bringen.
Gleichzeitig tragen urbane Kunst- und Bildungsprojekte die Stadt in Richtung Zukunft. Offene Ateliers, Lern- und Kulturzentren in Stadtteilen, streetart-freundliche Räume, Lerncafés und bewegliche Bildungsangebote machen Maintal zu einer Schule der Demokratie, in der junge Menschen mitgestalten, lernen, handeln. Wenn Mietspiegel, Projekte der Kulturförderung und starke Bildungspolitik Hand in Hand gehen, verwandeln wir Wohnraum von einer reinen Kostenstelle zu einem sozialen Standort, der identitätsstiftend wirkt und Lebensqualität schafft.
In diesem Geist muss Maintal als Ganzes erneuert werden: nicht als Auseinanderdröseln von Teilen, sondern als zusammenhängende Stadt, in der Mieterinnen und Mieter sicher wohnen, Fahrradkultur und Wasserwege wachsen, und künstlerische sowie Bildungsinitiativen die Quartiere beleben. Der neue Mietspiegel ist dabei kein Endziel, sondern ein klarer Auftrag: Wir brauchen eine Stadtentwicklung, die Wohnen, Bewegung, Kunst und Lernen zu einer gemeinsamen Sache macht – für eine gerechte, lebendige und solidarische Zukunft Maintals.
Quelle der ursprünglichen Meldung: https://www.presse-service.de/data.aspx/static/1228488.html