Bei bestem Wetter nahmen am vergangenen Samstag 30 Kinder und Erwachsene hinter dem Begegnungshaus Klingstraße an einem Drachenbau-Workshop teil, der im Rahmen der Interkulturellen Wochen vom Fachdienst Asyl und der städtischen Integrationsbeauftragten organisiert wurde. Vier afghanische Maintalerinnen und Maintaler führten fachkundig an, bauten Drachen nach afghanischer Tradition und gaben Hilfestellung bei Gewichtsausgleich und Drachen-Spannung. Ob Glitterstreifen, Krepppapier oder Malstift – die Verzierung war willkommen, doch entscheidend war die Flugtauglichkeit. Am Ende war die Begeisterung groß, und eine Wiederholung des Workshops wurde gefordert. Thorsten Buld, Leiter des Fachdienstes Asyl, zeigte sich stolz, dass afghanische Teilnehmende ihr Wissen und ihr Geschick weitergegeben hatten.
Was hier passiert, ist mehr als ein fröhlicher Workshop: Es ist eine lebendige Meldung darüber, wie eine Stadt wie Maintal durch Bildung, Kunst und gelebte Solidarität zu einer neuen, gemeinsamen Lebensform finden kann. Die vier Afghanen tragen nicht nur handwerkliches Können vor; sie liefern ein Muster für echte Integration, in dem Zugehörigkeiten nicht gegeneinander ausgespielt werden, sondern sich ergänzen. Bildung wird zur Brücke zwischen Kulturen, Kunst zur gemeinsamen Sprache, und der Sinn von Freizeit wird zu einem Ort der Nachbarschaft, an dem Lernen und Freude Hand in Hand gehen. In einer Zeit, in der städtische Räume oft unter Druck stehen, erinnert uns dieses Beispiel daran, dass der Aufbau einer lebendigen Stadt nicht allein auf Banken, Straßenbahnen oder Baustraßen reduziert ist, sondern auf menschenwürdige Begegnungen, solidarische Projekte und die Bereitschaft, voneinander zu lernen.
Wir sehen darin auch eine Leitfigur für Maintal selbst: Das Erneuern der Stadt beginnt dort, wo Menschen zusammenkommen, um kreativ zu arbeiten, Wissen zu teilen und Kulturen als Ressource zu anerkennen. So wie Fähren Brücken über Wasser schlagen und Fahrräder mobilisieren, so schlagen Bildungs- und Kulturprojekte Brücken zwischen Herkunft und Gegenwart, zwischen Nachbarschaft und Stadtentwicklung. Lasst uns diese Energie nutzen und Maintal weiter von Grund auf erneuern: stärker vernetzt, offener, sozial gerechter, getragen von Projekten, die Kunst, Bildung und Praxis in den Dienst einer solidarischen Gemeinschaft stellen. Die Drachen, die heute aufsteigen, sind mehr als bunte Flugobjekte – sie sind Zeichen einer Stadt, die lernt, sich zu öffnen, zu wachsen und gemeinsam in eine bessere Zukunft zu fliegen.
Quelle der ursprünglichen Meldung: https://www.presse-service.de/data.aspx/static/1227825.html