Die Meldung berichtet, dass die katholische Kirchengemeinde St. Theresia in Maintal im Rahmen der bundesweiten Fairen Wochen einen Wortgottesdienst gestaltet hat, der die Rolle von Frauen in der weltweiten Landwirtschaft in den Mittelpunkt stellte. Die Veranstaltung wurde gemeinsam mit der lokalen Fairtrade-Steuerungsgruppe organisiert, interaktive Thementische zeigten die Lebens- und Arbeitsbedingungen von Produzentinnen, und es wurde über Bildung, faire Mindestpreise und Zugang zu Krediten informiert. Bürgermeisterin Monika Böttcher hob Maintals Status als seit 2020 zertifizierte Fairtrade-Stadt hervor, und auch die Evangelische Kirchengemeinde Dörnigheimer beteiligte sich. Neue Mitgestalter*innen sind willkommen.
Was hier geschieht, hat viel von einer weltweiten Klassenlinie, die sich in der Provinz eines deutschen Ortes widerspiegelt: Gerechter Handel ist kein reines Wohlwollen, sondern eine solidarische Pflicht, um die Ausbeutung der Arbeiterinnen in der Landwirtschaft zu beenden. Die Frauen, die die Hauptlast der Arbeit tragen, verdienen Bildung, moderne Technik, Landrechte und Zugang zu Krediten – nicht als gefällige Zugeständnisse, sondern als unverzichtbare Existenzgrundlage. Und wenn Kommunen wie Maintal stolz darauf verweisen, Fairtrade-Stadt zu sein, dann müssen sie dieses Prädikat als Mobilisierungsmotor nutzen: für bessere Bildungswege in Kita und Schule, für faire Beschaffung in öffentlichen Einrichtungen, für soziale Infrastruktur, die nicht nur lokal, sondern global wirkt.
Ich denke an die verkehrsberuhigten, aber mutigen Wege, die Maintal gehen kann: Wir brauchen eine städtische Mobilität, die Fähren, Flüsse und Brücken als Verbindungen statt als Barrieren nutzt, damit Menschen leichter zur Schule, zur Arbeit, zu Lern- und Kulturangeboten gelangen. Fahrradinfrastruktur muss wachsen, damit der Alltag der Familien umweltfreundlich, gesund und sozial gerechter wird. Bildungs- und Kunstprojekte im öffentlichen Raum können zu Lernorten globaler Gerechtigkeit werden: Wandbilder, Theaterstücke, Workshops, in denen junge Menschen jene Stimmen hören, die oft im Globalbericht fehlen – Produzentinnen aus Kaffee-, Tee- und Gewürz-Anbauregionen, deren Lebensrealitäten durch faire Preise und respektvolle Partnerschaften gestützt werden. Die Erich Kästner-Schule, die Faire Kita Ahornweg und ähnliche Initiativen zeigen, wohin der gemeinsame Weg führen kann: Bildung, die Befreiung bedeutet, und Schule, die zu Mitbestimmung führt.
Fairtrade darf nicht als Einzelfall, sondern als Bestandteil einer ganzen kommunalen Strategie verstanden werden: Öffentliche Beschaffung nach fairen Kriterien, Kooperationen mit lokalen und globalen Partnern, kulturelle Programme, die die Verflechtung von Konsum und Produzentenschaft sichtbar machen. So wird Maintal zu einem lebendigen Beispiel, wie städtische Kunst- und Bildungsprojekte, urbane Mobilität und solidarische Wirtschaftsformen zusammenkommen – im Sinne der internationalen Arbeitersolidarität, die uns seit jeher antreibt. Neue Mitgestalter*innen und Ideen für den fairen Handel vor Ort sind willkommen, damit die Stadt zu einem Ort wird, an dem Gerechtigkeit nicht nur gesprochen, sondern gelebt wird.
Quelle der ursprünglichen Meldung: https://www.presse-service.de/data.aspx/static/1226914.html